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Grußwort

Poetry on the Road

Liebe Literaturfreundinnen, liebe Literaturfreunde!

Vital und vielstimmig, bunt und beeindruckend meldet sich im Juni das Internationale Literaturfestival Bremen auf analogen Lesebühnen unserer Stadt zurück: Nach zwei pandemiebedingt virtuellen Ausgaben ist die Vorfreude auf live und in Farbe dargebotene zeitgenössische Poesie so groß wie der Hunger auf nachhallenden und nachhaltigen Austausch zwischen Kulturschaffenden und Publikum. Die 23. Auflage des Veranstaltungsreigens, der bereichernde Begegnungen mit anderen Kunstgattungen birgt, beginnt am 3. Juni mit einer Lesung von Herta Müller im Theater am Goetheplatz.

Für ihr jüngstes unkonventionelles Erzählwerk, ›Der Beamte sagte‹, hat die Literaturnobelpreisträgerin des Jahres 2009 auf ästhetisch faszinierende Weise Text-Fundstücke collagiert, die sich zugleich autobiografisch und allegorisch mit großen Themen der Gegenwart beschäftigen, darunter Flucht, Heimatverlust und Neuanfang.

Dass und wie sehr ›poetry on the road‹ das gängige Format der klassischen Lesung zu variieren und überbieten vermag, zeigt sich vom 17. bis 19. Juni, wenn das Festival die Vielfalt lyrisch grundierter Artikulationsformen vorführt – mit Slam Poetry und Poesiefilmen, musikalischen und performativen Interventionen. Zu den Gästen zählen der in Bremen geborene Spoken-Words-Virtuose Bas Böttcher, der vielfach geehrte Schriftsteller Jan Wagner, die niederländische Performerin Babs Gons sowie die bekannte ukrainische Lyrikerin und Dramatikerin Lyuba Yakimchuk. Sie alle stehen für das löblich engagierte Spektrum zeitgenössischer Poesie, dem die Stadt im Frühsommer einen immer auch politischen Resonanzraum bereitet. Damit unterstreicht Bremen zugleich seine Ambition, im Jahr 2023 den Unesco-Titel ›City of Literature‹ zu führen.

Abermals kooperiert das lyrische Hochamt, bei dessen treibendem Rhythmus das Auditorium mitmuss, mit einem Partner, der für einen weiteren Strang der Wirkungsästhetik von Gedichten steht: Das ZEBRA Poetry Film Festival, ausgerichtet vom Haus der Poesie in Berlin, befasst sich mit Kurzfilmen, die Verskunst adaptieren.

Ich danke dem ›poetry on the road‹-Team sehr herzlich für seinen großen Einsatz. Den Besucherinnen und Besuchern des Festivals wünsche ich anregende Begegnungen mit vielgestaltiger Lyrik und gute Gespräche über das Erleben von Poesie.

Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte,
Präsident des Senats und Senator für Kultur