Autoren
Antjie Krog
(*1952 Kroonstad, Südafrika)
... mit ihrem ersten Lyrikband ›Dogter van Jefta‹ (1970) provozierte die in Afrikaans schreibende Autorin durch ihre tabubrechende Schreibweise die literarische Öffentlichkeit. Neben Gedichtbänden, Kinderbüchern und einem Roman verfasste Krog einen Bericht über die Anhörungen der Wahrheitskommission, über die sie zuvor zwei Jahre lang als Radiojournalistin berichtet hatte; mit dem Band ›Country of My Skull‹ erlangte Krog 1998 internationale Anerkennung. Für dieses Buch, das mit Juliette Binoche in der Hauptrolle verfilmt wurde, ehrte man sie mit dem Preis der Hiroshima Foundation for Peace and Culture. Krog wurde mit den wichtigsten Literaturpreisen Südafrikas ausgezeichnet. Antjie Krog ist 2013 für ein Jahr Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD.

(© privat)
Aurélia Lassaque
(*1983 Paris, Frankreich)
... debütierte 2006 mit ihrem Gedichtband ›Cinquena Sason‹ und überraschte die französische Öffentlichkeit mit zirzensischen Gedichten, die sie sowohl auf Französisch als auch in Okzitanisch schreibt, einer galloromanischen Sprache, die heute nur noch im südlichen Drittel Frankreichs und in den angrenzenden Regionen in Italien und Spanien gesprochen wird. Die promovierte Literaturwissenschaftlerin Lassaque ist eine vielseitig interessierte Dichterin, die auch die Verbindung mit anderen Kunstsparten sucht; so tritt sie oft mit Musikern und Bildenden Künstlern auf. Ihre Gedichte wurden in mehr als zehn Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Zuletzt erschien ›Pour que chantent les salamandres‹ (2013).

(© Setka Film)
Bas Böttcher
(*1974 Bremen, Deutschland)
... ist der bekannteste deutsche Rap-Poet. Seit Anfang der 1990er Jahre beschäftigt sich Böttcher, der in Weimar am Bauhaus Mediengestaltung studiert hat, mit Rap-Poesie als neuer Form von Lyrik. Böttcher absolvierte zahlreiche Tourneen (z. T. für das Goethe-Institut) durch Europa, Asien, Nord- und Südamerika sowie Auftritte bei internationalen Literaturfestivals. Nach diversen Platten- und Anthologie-Veröffentlichungen erschien 2004 mit dem Roman ›Megaherz‹ sein erstes größeres literarisches Werk. 2005 war er Herausgeber und Produzent der DVD ›Poetry Clips Vol. 1‹, 2006 folgte der Gedichtband ›Dies ist kein Konzert‹. 2009 erschien sein zweiter Gedichtband ›Neonomade‹, 2012 folgte der Sammelband ›Vorübergehende Schönheit‹ mit alten und neuen Texten.

(© Anika Büssemeier)
Bohdan Piasecki
(*1980 Warschau, Polen)
... gilt als erster polnischer Slam-Poet und Wegbereiter der jungen polnischen Spoken-Word- und Slam-Szene. Piasecki wird in Warschau als Slam-König gefeiert, er initiierte die ersten Poetry-Slams im Warschauer Kulturpalast. Piasecki schreibt und performt auf Englisch und Polnisch, er bespielte die Bühnen diverser großer Literatur- und Musikfestivals, 2007 erreichte er sogar als einziger europäischer Poet das Finale des Poetry Slam World Cup in Paris. Nach dem Studium der englischen Literatur in Warschau promovierte und habilitierte er sich im Bereich der literarischen Übersetzungstheorie. Als Lyriker und Veranstalter für das Spoken-Word-Label Apples and Snakes lebt und arbeitet Piasecki in Birmingham.

(© privat)
Cole Swensen
(*1955 Kentfield, USA)
... »ist eine der überzeugendsten Stimmen der Gegenwartslyrik« (Library Journal), sie arbeitet als Autorin, Übersetzerin, Herausgeberin und lehrt Creative Writing an der Brown University in Providence, Rhode Island. In ihrem eigenen Verlag La Presse gibt sie französische Lyrik in englischer Übersetzung heraus. Swensens Dichtung ist eine reflektierte und zugleich sprachsinnliche Kunst, die sich aus der amerikanischen wie der französischen Dichtungs- und Kunsttradition speist. Über zehn Gedichtbände sind von Swensen bislang in den USA erschienen, ausgezeichnet u.a. mit dem San Francisco State Poetry Center Book Award. Auch ihre Übersetzungen aus dem Französischen wurden mehrfach preisgekrönt, u.a. mit dem PEN USA Literary Award for Translation 2004. Zuletzt erschien ›Gravesend‹ (2012).

(© Carl Sokolow)
David Grossman
(*1954 Jerusalem, Israel)
... gehört zu den bedeutendsten Schriftstellern der israelischen Gegenwartsliteratur und ist ein unermüdlicher Advokat für den israelisch-palästinensischen Ausgleich. Schon seine ersten Erzählungen behandeln zwei Themen, die sein gesamtes Werk prägen sollten: das Erwachsenwerden und der von Krieg und Gewalt geprägte Alltag in Israel. Seitdem verfasste Grossman zahlreiche Romane, Erzählungen, Hörspiele und Theaterstücke. Einige Tage nachdem David Grossman einen flammenden Appell für eine Abkehr der bisherigen Politik der Gewalt in Anwesenheit von Premierminister Olmert hielt, starb sein Sohn Uri im August 2006 als Soldat im Libanonkrieg. Grossman wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter 2010 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Zuletzt erschien ›Aus der Zeit fallen‹ (2013).

(© Peter-Andreas Hassiepe)
Eckhard Henscheid
(*1941 Amberg, Deutschland)
... gehörte 1979 mit Künstlern wie F.K. Waechter, F.W. Bernstein und Robert Gernhardt zu den Gründern der satirischen Monatsschrift ›Titanic‹, in deren Umfeld die legendäre »Neue Frankfurter Schule« entstand, die sich in satirischer Weise mit der sozialphilosophischen Frankfurter Schule um Max Horkheimer und Theodor W. Adorno auseinandersetzte. Einem breiteren Publikum wurde Henscheid mit seinem autobiografisch gefärbten Romanwerk ›Trilogie des laufenden Schwachsinns‹ bekannt. Die Werke des »Spätromantikers der Bundesrepublik« (Süddeutsche Zeitung) zählen mittlerweile zu Klassikern der Literatur und des gehobenen Humors. 2009 wurde ihm für sein Lebenswerk der Jean-Paul-Preis verliehen. Zuletzt erschien seine Autobiografie ›Denkwürdigkeiten‹ (2013).

(© Alessandra Schellnegger)
Elke Schmitter
(*1961 Krefeld, Deutschland)
... »fasziniert durch ihr untrügliches Gespür für die Spannungen zwischen der Oberfläche und dem, was darunter liegt« (Times Literary Supplement). Schmitter ist dem deutschen Publikum seit langem als hochkarätige Journalistin und Prosa-Autorin bekannt. Sie studierte Philosophie in München, arbeitete als Lektorin beim S. Fischer Verlag, als Journalistin und Chefredakteurin bei der ›taz‹, als freie Kritikerin und Essayistin vor allem für die ›Süddeutsche Zeitung‹, die ›FAZ‹ und ›Die ZEIT‹; seit 2001 ist Schmitter Mitglied der ›Spiegel‹-Kulturredaktion. Sie veröffentlichte Gedichte, Romane und Essays, übersetzt in 21 Sprachen und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Zuletzt erschien ihr Kinderbuch ›Ich, Kasimir – an Bord des Piratenschiffs‹ (2012).

(© Arno Declair)
Erwin Messmer
(*1950 Staad, Schweiz)
... lebt als Musiker, Schriftsteller und freier Publizist in Bern. Nach dem Studium der Germanistik und Philosophie erwarb er außerdem Lehr- und Konzertdiplome für Klavier und Orgel. Es folgten intensive Konzerttätigkeiten als Organist sowie Radio- und CD-Aufnahmen. Messmer ist Organist an der Reformierten Kirche Bümpliz und Lehrer am Konservatorium Freiburg. Außerdem veröffentlicht er Gedichte, Prosa, Essays und Buchkritiken, die in Anthologien, Zeitungen und Zeitschriften erscheinen. Bei der Schweizer Literaturzeitschrift ›orte‹ ist er in der Redaktion tätig. Von Messmer sind bisher fünf CDs mit Orgelmusik, sieben Gedichtbände und eine Gedicht-CD erschienen.

(© Andrea Heller)
Günter Kunert
(*1929 Berlin, Deutschland)
... ist einer der wichtigsten Lyriker unserer Zeit. Kaum einer hat wie er die Wirrungen der deutschen Geschichte in Gedichten verfolgt, keiner einen so illusionslosen Blick auf den Menschen im Allgemeinen und die Menschen in Deutschland im Speziellen gerichtet. 1947 veröffentlichte er erstmals Gedichte und Geschichten in der Zeitschrift ›Ulenspiegel‹ und war Mitarbeiter Bert Brechts. Auf seine Unterzeichnung des Schriftstellerprotests gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns folgte der Parteiausschluss aus der SED. 1979 ermöglichte ihm ein Visum die Ausreise in die Bundesrepublik. 1991 erhielt Kunert den Hölderlin-Preis für sein poetisches Werk und den Ernst-Robert-Curtius-Preis für Essayistik. Zuletzt erschien ›Tröstliche Katastrophen – Aufzeichnungen 1999-2011‹ (2013).

(© Annette Pohnert)
Hava Pinhas-Cohen
(*1955 Jerusalem, Israel)
... ist Poetin und Dozentin für Literatur und Kunst sowie Herausgeberin des Journals ›Dimui – Magazin für Literatur, Kunst und jüdische Kultur‹. Seit 2007 veranstaltet und leitet sie ›Kisufim‹, eine internationale Schriftstellerkonferenz in Jerusalem. Hava Pinhas-Cohen unterrichtet am Shechter Institute für jüdische Studien und hat bisher sieben Gedichtbände veröffentlicht. Ihre Gedichte wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und sind in diversen Anthologien erschienen. 2009 wurde eine ins Niederländische übersetzte Gedichtreihe in Amsterdam veröffentlicht. Zuletzt erschien ihr Band ›Die Kunst der Gedichtschreibung‹ (2011) im Verlag Hakibbutz Hameuchad.

(© Iris Nesher)
Jeffrey Yang
(*1974 Kalifornien, USA)
... ist Dichter, Übersetzer zahlreicher chinesischer Autoren – darunter Liu Xiaobo, Bei Dao und Su Shi – und Lektor in den Verlagen New Directions und NYRB Classics. Für ›Ein Aquarium‹, seinen ersten Gedichtband, wurde er mit dem PEN/Osterweil Award for Poetry ausgezeichnet. Yang beschäftigt sich in diesem 2012 auch auf Deutsch erschienenen (aus dem Englischen übersetzt von Beatrice Faßbender) und von der Kritik enthusiastisch gelobten Debüt mit Wasserbewohnern aller Art. Vom Meer aus betrachtet Yang die Welt, den Menschen und seine Kulturen, Wissenschaften, Geschichten, Poesien, Philosophien und Religionen. »Forschung und Traum« (Nico Bleutge) finden in Yangs alphabetisch geordnetem Aquarium zusammen. Yang lebt in Beacon, New York.

(© Roy Gumpel)
Jorge Drexler
(*1964 Montevideo, Uruguay)
... zählt zu den bekanntesten Singer-Songwritern der spanischsprachigen Musikszene. Für die Komposition des Titelliedes zum Film ›Die Reise des jungen Che‹ gewann Drexler 2005 den ersten Oscar für ein nicht-englischsprachiges Lied. Der Song wurde bei der Oscar-Verleihung von Antonio Banderas gesungen. Seitdem ist Drexler auch jenseits der spanischsprachigen Welt ein Begriff: In seiner Musik vereint er traditionelle Musik Uruguays mit Popmusik, Jazz und elektronischer Musik. Dabei spielen seine Texte, poetische Meisterwerke, eine wichtige Rolle: Schon während seines Medizin-Studiums wurden seine Gedichte und Kurzgeschichten ausgezeichnet. Seit einigen Jahren lebt und arbeitet Drexler in Madrid. Zuletzt erschien ›Amar la Trama‹ (2010).

(© Agentur Jorge Drexler)
Karin Schimke
(*1968 Petroria, Südafrika)
... ist Schriftstellerin, Journalistin und Kolumnistin. Ihre Beiträge erscheinen in überregionalen Zeitungen, Magazinen sowie im Internet. Sie publizierte ein Sachbuch zum Thema Mutterschaft und Identität sowie zahlreiche Kurzgeschichten und Kinderbücher. Außerdem leitet sie die langjährige Lesereihe ›Off the Wall‹ und betreut weitere Veranstaltungen wie das Franschhoek Literary Festival und Cape Times Book Fair. Im Frühjahr 2013 wurden erste Gedichte – in der Übersetzung von Sylvia Geist – von Schimke auf Deutsch in ›Ankunft eines weiteren Tages – Zeitgenössische Lyrik aus Südafrika‹ publiziert. Die zweisprachige Anthologie erscheint in der von Indra Wussow herausgegebenen Reihe AfrikAWunderhorn.

(© privat)
Lars Gustafsson
(*1936 Västerås, Schweden)
... ist eine der unüberhörbaren skandinavischen Stimmen im Kanon der Weltliteratur. Lars Gustafsson studierte Mathematik und Philosophie in Uppsala und Oxford, war Chef redak teur einer bedeutenden Stockholmer Literaturzeitschrift und erhielt Gastprofessuren an zahlreichen internationalen Universitäten. 1979 habi li tierte er sich mit der Arbeit ›Sprache und Lüge‹, zwei Jahre später konvertierte er zum Judentum. 1983 bis 2006 war er Professor für Germanistische Studien und Philosophie an der University of Texas in Austin. 1996 erhielt Gustafsson den renommierten skandinavischen Pilotpreis sowie den italienischen Premio Grinzane Cavour. Zuletzt erschien ›Das Lächeln der Mittsommernacht‹ (2013).

(© Barbara Schindler)
Mary O’Malley
(*1954 Connemara, Irland)
... hat seit 1990 acht eigenständige Gedichtbände veröffentlicht, zuletzt erschien ›Valparaiso‹ (2012). Ihre Gedichte sind in diversen renommierten Literaturzeitschriften und Anthologien publiziert und in mehrere Sprachen übersetzt worden. Die Lyrikerin, die mit vielen Preisen ausgezeichnet wurde, u.a. mit dem Hennessey Preis (1990) und dem Lawrence O'Shaughnessy Preis (2009), hat irische Poesie sowie Gedichte der mexikanischen Autorin Pura Lopéz Colome ins Englische übertragen. Im Kontext gemeinnütziger Projekte leitete O‘Malley Workshops für Kreatives Schreiben in englischer und irischer Sprache. Außerdem arbeitet sie regelmäßig für Radio und Fernsehen; unter anderem für den irischen Fernsehsender RTÉ. Mary O‘Malley lebt in Galway.

(© Mike Shaughnessy)
Menna Elfyn
(*1952 Swansea, Wales)
... ist eine preisgekrönte Lyrikerin und Dramatikerin und die wohl berühmteste zeitgenössische Dichterin walisischer Sprache. Elfyn hat über zwanzig Gedichtbände geschrieben, darunter ›Aderyn Bach Mewn Llaw‹ (1990), mit dem sie den Welsh Arts Council Preis gewann. Außerdem publizierte sie Kinderbücher, Theaterstücke, Radio und Fernsehspiele und schrieb Libretti für amerikanische und britische Komponisten; 1999 für das New York Philharmonic Orchestra. Sie ist Leiterin des Studienganges Kreatives Schreiben an der University of Wales. 2010 erschien eine von ihr herausgegebene Anthologie mit Texten von Autorinnen aus Simbabwe. In ihrem eigenen Werk widmet sich Elfyn leidenschaftlich der walisischen Sprache und Identität.

(© John Briggs)
Michael Augustin
(*1953 Lübeck, Deutschland)
... der in Bremen lebende Schriftsteller und Rundfunkredakteur ist Honorary Fellow in Writing der Universität Iowa und des Dickinson College in Pennsylvania, wo er 2003/04 als Gastprofessor lehrte. Er wurde mit dem Friedrich-Hebbel-Preis und dem Kurt-Magnus-Preis ausgezeichnet. Seine Bücher wurden ins Englische, Irische, Spanische, Italienische, Griechische, Niederländische und Polnische übersetzt. Augustin ist Mitglied im irischen und deutschen P.E.N. und gehört zu den Kuratoren des internationalen Poesieprojekts ›What is Poetry?‹. Bei ›poetry on the road‹ war er von Anfang an als ›reading host‹ mit von der Partie. Zuletzt erschien sein Band mit ›Ostsee-Storys‹ (2012).

(© Walter Weber)
Oleg Jurjew
(*1959 Leningrad, Russland)
... war lange Jahre ein Dichter des Untergrunds, seine Gedichte, Theaterstücke und Essays wurden illegal vervielfältigt, mit der Schreibmaschine und Durchschlägen auf Kohlepapier. Jurjew gilt als Meister der literarischen Vermischung von Fakten und Fiktionen, fast alle seine Arbeiten haben einen Bezug zum Judentum, zur russischen Kultur und zum untergegangenen Sowjetregime. 1991 übersiedelte er mit seiner Frau, der Schriftstellerin Olga Martynova, nach Deutschland. 2012 erschien der Band ›In zwei Spiegeln‹, er versammelt Gedichte aus über dreißig Jahren und zeigt Jurjews poetische Weltvermessung zwischen Bitterkeit und Ironie, zwischen dem Erhabenen und dem Alltäglichen und zwischen den Lebensstationen Leningrad und Frankfurt.

(© Yura Okamoto)
Olga Martynova
(*1962 Krasnojarsk, Sibirien)
... studierte in Leningrad russische Sprache und Literatur, ehe sie 1991 mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Oleg Jurjew, nach Deutschland zog. Ihre Gedichte schreibt sie auf Russisch, ihre Essays und Prosa auf Deutsch. Mit ihrem Romandebüt ›Sogar Papageien überleben uns‹ (2010) gelang ihr auf Anhieb ein großer Erfolg, er kam 2010 auf die Longlist des Deutschen Buchpreises und auf die Shortlist des Aspekte-Preises. »Olga Martynova schreibt in einem wunderbar leichthändigen, geschmeidigen, quecksilbrigen Deutsch«, lobt Sigrid Löffler. 2012 erhält sie den Ingeborg-Bachmann-Preis, der als eine der wichtigsten Literaturauszeichnungen im deutschsprachigen Raum gilt. Zuletzt erschienen der Gedichtband ›Von Tschwirik und Tschwirka‹ (2012) und der Roman ›Mörikes Schlüsselbein‹ (2013).

(© Alexandra Pawloff)
Rozalie Hirs
(*1965 Gouda, Niederlande)
… studierte Komposition am Royal Conservatoire sowie klassischen Gesang. Hirs ist Komponistin und Dichterin. Der erstmaligen Veröffentlichung ihrer Gedichte im Literaturmagazin ›De Revisor‹ (1992) folgten kurze Zeit später eigene Gedichtbände. Sowohl für ihre kompositorischen als auch für ihre lyrischen Werke gewann Hirs zahlreiche Stipendien und Preise, u.a. den Flemish Literary Fund, das Stipendium des Prins Bernhard Cultuurfonds sowie Forschungsstipendien der Amsterdam School of the Arts. Hirs’ Kompositionen sind elektroakustisch geprägt und fesseln durch ihre Klangfarbe und -vielfalt. Das elektroakustische Medium ist das Feld, in dem sich Hirs’ künstlerische Sprachen, die Poesie und die Komposition, am direktesten treffen. Zuletzt erschien ›Gestamelde werken‹ (2012).

(© Marco Borggreve)
Saut Situmorang
(*1966 Tebing Tinggi, Sumatra, Indonesien)
... wuchs in Medan auf, der Hauptstadt Nordsumatras. Saut Situmorang hat elf Jahre in Neuseeland gelebt, wo er u.a. Anglistik studierte. Er schreibt auf Indonesisch und Englisch. Für seine englischsprachigen Gedichte erhielt er u.a. Auszeichnungen von der Victoria University of Wellington (1992) und der University of Auckland (1997). Seit 2001 lebt Situmorang als freier Schriftsteller in Yogyakarta (Java). Neben Veröffentlichungen in Zeitschriften, Anthologien und Zeitungen sind von ihm drei Gedichtsammlungen und ein Essayband erschienen. 2012 war er einer der Kuratoren des Internationalen Literaturfestivals ›What is poetry?‹ auf der Insel Java.

(© privat)
Tomas Venclova
(*1937 Klaipeda, Litauen)
... zählt zu den wichtigsten osteuropäischen Lyrikern des 20. Jahrhunderts. Infolge eines Publikationsverbots verließ er in den 70er Jahren die Sowjetunion und lebt seitdem in den USA. Dort entstand ein Großteil seiner Werke, zum Beispiel der Gedichtband ›The Junction‹, die Essaysammlung ›Forms of Hope‹ sowie der Gedichtband ›Gespräch im Winter‹. Als Professor für russische und osteuropäische Literatur lehrt Venclova an der Yale University. Im Sommersemester 2010 übernahm er die Samuel-Fischer-Gastprofessur an der FU Berlin. Venclovas Übersetzer, der Autor Durs Grünbein, bezeichnet dessen Gedichte begeistert als »das Unzeitgemäßeste, was die zeitgenössische europäische Poesie zu bieten hat«. Venclova ist seit 2012 Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD.

(© privat)
Wolf Biermann
(*1936 Hamburg, Deutschland)
... der Liedermacher, Essayist und Lyriker ist bekannt geworden als unerbittlicher gesellschaftskritischer Beobachter des geteilten Deutschlands; seine Gedichtbände gehören zu den meistverkauften der deutschen Nachkriegsliteratur. 1953 übersiedelte er in die DDR. Erste Lieder und Gedichte ab 1960. Seit 1965 totales Auftritts- sowie Publikationsverbot und Veröffentlichungen in Westdeutschland. Als radikalster Kritiker gegen die Parteidiktatur der DDR wurde Biermann 1976 gegen alle Rechtsnormen ausgebürgert. Diese Ausbürgerung löste eine ungeahnt große Protestbewegung in Ost und West aus. Er kehrte nach Hamburg zurück. Biermann wurde mit allen großen deutschen Literaturpreisen ausgezeichnet, darunter mit dem Georg-Büchner-Preis. Zuletzt erschien ›Fliegen mit fremden Federn‹ (2011).

(© Thorsten Jander)
