Marica Bodrožić
*1973, Hinterland von Split, Dalmatien

… ist eine der wichtigsten Stimmen der deutschen Gegenwartsliteratur. Sie wuchs in Dalmatien auf, 1983 siedelte sie im Alter von zehn Jahren nach Hessen um und begann dort die deutsche Sprache zu erlernen. In ihrem autobiografischen Buch ›Sterne erben, Sterne färben‹ schildert sie ihr poetisches und poetologisches Verhältnis zu ihrer, wie sie es nennt, zweiten Muttersprache, die auch die Sprache ihrer Literatur geworden ist. Bodrožić schreibt Gedichte, Romane, Erzählungen, Essays, die sich stets im Resonanzraum von Ethik und Ästhetik bewegen und aus einem geistig ausgerichteten Sprachbewusstsein schöpfen. Seit ihrem Debüt ›Tito ist tot‹ (2002) sind zwölf Bücher erschienen, die sich mit Gedächtnis und Erinnerung, Zeit und Metaphysik auseinandersetzen. Dafür erhielt sie zahlreiche Preise, u.a. den ›Preis der LiteraTour Nord‹ (2013) und den ›Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung‹ (2015). Sie unterrichtet regelmäßig an Schulen und Universitäten. Im WS 2017/18 war sie Gastprofessorin am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. »Im Schreiben der Marica Bodrožić begegnet sich die Sprache selbst«, so Rüdiger Görner in seiner Laudatio zum KAS-Preis. Zuletzt erschien ›Das Wasser unserer Träume‹ (2016). Marica Bodrožić lebt in Berlin.